Eine vor kurzem herausgekommene Postbank-Studie analysiert die künftige Preisentwicklung bei deutschen Wohnimmobilien bis zum Jahr 2030. Dabei kam heraus, dass in mehr als der Hälfte aller Städte und Kreise in Deutschland sehr wahrscheinlich anziehende Preise bevorstehen. Diese werden zu einer Mehrbelastung von Mietern und künftigen Käufern führen, natürlich mit Ausnahme der Immobilienbesitzer, die sich über steigende Preise freuen dürften. Die Postbank-Prognose geht davon aus, dass der Preisanstieg insgesamt bis mindestens 2030 intakt bleiben dürfte. Grundlage für die Prognose ist eine Einschätzung von Experten des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI) – darin sehen die Fachleute insbesondere die sehr hohe Nachfrage, die steigenden Einwohnerzahlen in den Ballungsgebieten, sowie die demografische Entwicklung als Preistreiber.


Anziehungskraft der großen Städte ungebrochen


Die Zahl der Menschen, die es in die großen Metropolen treibt, ist weiterhin ungebrochen hoch. Die Nachfrage nach Wohnraum dort ist bereits jetzt schon viel höher als das verfügbare Angebot. Investoren aus vielen Ländern kaufen dort Immobilien, um diese als Kapitalanlage zu nutzen – mittlerweile muss man schon nach Angeboten suchen, weil kaum noch Verfügbarkeiten bestehen. Hinzu kommt, dass der Trend zu kleineren bzw. Single-Haushalten ebenfalls weiterhin anhält. Somit wächst die absolute Zahl der Haushalte auch aus diesem Grund noch. Die Zahlen vom Statistischen Bundesamt gehen von mehr als 30 Millionen Ein- oder Zweipersonenhaushalten bis zum Jahr 2035 aus – 1991 waren es noch 23 Millionen. Das entsprechende Investorenverhalten hatte somit erheblichen Einfluss auf die Preisprognose bis 2030. 


Wo genau werden Wohn-Immobilien am teuersten?


Die Postbank-Studie hat einen Atlas erstellt, an dem man ersehen kann, wo die Preisentwicklung in den Ballungsgebieten besonders rasant steigend prognostiziert wird. Das ist u.a. in München (prognostiziert wird ein jährlicher Preisauftrieb von 1,81 %), in Düsseldorf (1,09 % p.a.) und in Köln (0,98 % p.a.). Schlusslichter unter den Großstädten sind Frankfurt/Main und Berlin mit jeweils 0,76 % p.a. Einzelne Kreise und Städte liegen teilweise sogar noch über diesen Werten, beispielsweise wird für Heilbronn ein jährlicher Zuwachs von 2,29 % und im Landkreis Erding von 2,14 % bis 2030 erwartet. Wenn man sich vor Augen führt, dass z. B. in München der Kaufpreis für einen Quadratmeter Wohnraum schon jetzt durchschnittlich bei 7.509 Euro liegt, wird klar, wie tief man künftig in die Tasche greifen muss. Natürlich sind Prognosen, auch wenn sie mit realistischen Zahlen und großer Expertise erfolgt sind, immer noch keine sicheren Aussagen für die Zukunft. Äußere Einflüsse aus Politik oder Wirtschaft könnten durchaus dazu führen, dass der Preisanstieg nicht in dieser Höhe bis 2030 eintritt. Die Parteien beschäftigen sich mittlerweile verstärkt mit der Thematik und suchen nach Lösungen, damit insbesondere Mieter nicht noch weiter belastet werden und der Nachfrageüberhang nicht immer noch weiter anwächst. Man darf gespannt sein, was in den nächsten Monaten hier passiert – vielleicht sieht die Postbank-Studie im nächsten Jahr ja dann ganz anders aus. 

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