Wie Cash-Online in einem kürzlich erschienen Artikel berichtet, sind mittelgroße Städte in Ostdeutschland besonders attraktiv für Immobilien-Investoren. Hier können höhere Renditen bei gleichem Risiko erzielt werden. Diese Aussage fußt auf dem diesjährigen „Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland” der TAG Immobilien AG. Demnach könnten Investoren in diesen Gebieten mit einer Rendite zwischen 4 und 12 % p.a. erwarten – bei etwa gleichem Risiko wie dies in westdeutschen Städten mittlerer und großer Größe zu erwarten ist. Einen konkreten Vergleich zieht die Veröffentlichung dabei zwischen Düsseldorf und Rostock. In Rostock liegt demnach die Bruttoanfangsrendite bei ca. 6 %, in Düsseldorf bei vergleichbarem Risiko jedoch nur bei ca. 4,3 %. 


Das Verhältnis zwischen Rendite und Risiko ist extrem wichtig für die Investitionsentscheidung 


Für Investoren ist das Verhältnis zwischen Risiko und Renditeaussichten extrem wichtig. Viele Regionen in den neuen Bundesländern haben sich in dieser Hinsicht positiv entwickelt und weisen gute Zukunftsaussichten auf. Für die erwähnte Studie wurden 27 ostdeutsche mittelgroße und große Städte durch das Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner AG analysiert. Eingeflossen sind dabei auch Daten zur demografischen sowie zur wirtschaftlichen Entwicklung, die Zahl der Arbeitslosen, die Wohnkosten, die Miet- und Kaufpreise – sowie erstmals (im Vergleich zu den Vorjahren) das regionale Risiko-Rendite-Verhältnis. Für Investoren sind aus dieser Sicht insbesondere Städte wie Magdeburg, Halle oder Rostock äußerst interessant. Die Zunahme der Bevölkerung in diesen Regionen sowie die rückläufige Arbeitslosigkeit bedingen eine Steigerung des Einkommensniveaus und eine höhere Nachfrage nach Wohnraum. 


Miet- und Kaufpreise steigen 


Die positive verlaufende Wirtschaftsentwicklung führt zur Steigerung der Mieten und der Kaufpreise. Die Analyse ergab eine Steigerung der Mietpreise in einem Jahr um etwa 3 % bis 6 % an neun Standorten – hierunter z. B. Eisenach, Weimar, Magdeburg und Jena. In weiteren 6 Städten steigerten sich die Mieten gar um 6 % bis 10 % (beispielsweise in Schwerin, Leipzig und Cottbus). Ausreißer nach oben sind Berlin und Rostock – hier gab es innerhalb eines Jahres Mietsteigerungen von 14,8 % bzw. 23,6 %. Auch bei den Kaufpreisen zeigen sich Steigerungen: Allein an 6 Standorten konnte ein Wachstum von 3 % bis 6 % verzeichnet werden, an weiteren 6 Standorten sogar 6 % bis 10 %. Markante Kaufpreissteigerungen waren insbesondere in Leipzig, Gera, Erfurt, Waren, Berlin und Merseburg zu beobachten, denn hier ging es um 10 % bis 20 % nach oben. 


Mieten bleiben trotzdem erschwinglich 


Die dargestellten Steigerungen sind ein Thema, über das die Medien gerne berichten – dies führt jedoch oft dazu, dass die Verbraucher annehmen, hier würden bereits Übertreibungen existieren. Realistisch betrachtet, bleibt Wohnen bei den Mieten und Kaufpreisen im Osten der Republik jedoch auch weiterhin vergleichsweise erschwinglich. Im Löwenanteil der in der Analyse untersuchten Standorte liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete nur bei ca. 4,80 € je Quadratmeter. Ausreißer bilden hierbei Berlin mit 11,85 € und Potsdam mit 10,22 € je Quadratmeter. Eine entsprechend niedrige Wohnkostenbelastungsquote macht Wohnen in den entsprechenden Gebieten attraktiv. Damit werden insbesondere die mittelgroßen Städte im Osten Deutschlands auch weiterhin ganz oben auf der Wunschliste der Immobilieninvestoren in Deutschland stehen. Aller Voraussicht nach wird dies auch mittelfristig so bleiben – insbesondere dann, wenn man die Situation mit anderen Ländern vergleicht. 

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