Ein Artikel der kürzlich bei Cash-Online erschienen ist hat die Thematik Miete versus Eigentum zum Inhalt. Jeder der Verfechter einer Seite hat Argumente pro und contra, doch welche Vor- und Nachteile haben die beiden Situationen bei objektiver Betrachtung? 


Differenzierte Betrachtung notwendig 


Die Mietenpolitik agiert nicht selten nach dem Prinzip „Miete statt Eigentum“. Oftmals stecken hinter den Begründungen traditionelle Vorstellungen oder politischer Ton. Es existiert hierzulande zwischen Eigentümern und Mietern eine unsichtbare Sozialbarriere – und in manchen Fällen merkt man, dass diese traditionelle Trennung (ähnlich wie z. B. bei Bürgertum und Arbeiterschaft früher) nicht vollständig überwunden ist. Um sich ein objektives Bild zu verschaffen, wäre es jedoch wichtig, aktuell und detailliert die Unterschiede zu betrachten. Eigentum ist heutzutage ein verfassungsrechtlich geschütztes Gut, allerdings ist Eigentum gerade zu Beginn häufig erstmal eine Belastung – finanziell und nervlich. In der Folge wird der Eigentümer versuchen, sparsamer zu leben und den Konsum einzuschränken – man stelle sich vor, die Bankraten können nicht mehr gezahlt werden. Dies ist im Vergleich zur Unfähigkeit einer Mietzahlung ein Akt mit viel weitreichenderen Folgen. Auf der anderen Seite sind Mieter dem Vermieter in gewisser Weise „ausgeliefert“ – kommt eine Mieterhöhung, kann man in vielen Fällen nichts dagegen unternehmen, als zu zahlen. Gerade in den Ballungsgebieten in Deutschland macht sich das heute sehr stark bemerkbar. Wohnraum dort ist so teuer wie nie zuvor. 


Mietpreisbremse durch die Politik reicht nicht aus 


Zur Begrenzung von Mietsteigerungen hat die Politik bereits seit längerer Zeit die sog. „Mietpreisbremse“ eingeführt – ein Gesetz, was den „schwachen“ Mieter schützen soll. Allerdings hat sich diese nicht wirklich durchsetzen können und ihren eigentlichen Zweck verfehlt. Die Anzahl verfügbarer Wohnräume in deutschen Großstädten sinkt weiter rapide – letztlich eine Folge des vermehrten Zuzugs und des immer geringer werdenden Schaffungspotenzials. Es bleibt festzustellen, dass Preisregulierungen quantitative Probleme nicht lösen können. Doch was sind die Alternativen? Derzeit weichen viele Menschen auf umliegende Gebiete aus, um sich Wohnraum leisten zu können. Hier jedoch stellt sich wieder die Frage, ob es sich besser als Mieter oder besser als Eigentümer leben lässt. Eine pauschale Antwort hierauf kann man nicht finden. In der Regel folgt Eigentum später im Leben – also nachdem bereits einige Zeit als Mieter verbracht wurde. Eine zyklische, erstrebenswerte Lösung wäre beispielsweise, dass man als Kind im Eigentum der Eltern aufwächst, in der Jugend- und Ausbildungszeit in einer Mietwohnung wohnt und später im Leben selbst Wohneigentum schafft. Im Alter schließlich folgt die Wohnsituation den individuellen Notwendigkeiten, z. B. das kleinere Eigenheim oder betreutes Wohnen. In manchen Fällen ist sogar das generationenübergreifende Wohnen im Eigentum möglich, was für die Älteren sicherlich sehr angenehm sein kann. 


Eigentum darf nicht verteufelt werden 


Wie auch immer der individuelle Lebensplan aussieht – es darf nicht zu einer grundsätzlichen Verurteilung des Eigentums kommen. Dies wäre unangemessen und schlicht pauschal falsch. Es mag Fälle geben, in denen es besser ist, ein Leben lang zur Miete zu wohnen, doch Eigentum hat auch unschlagbare Vorteile. Das Streben viele Menschen nach Wohneigentum ist Beleg für den Urinstinkt in uns, der nach wirtschaftlicher Stabilität strebt. Es darf nicht unter dem Deckmantel des Mieterschutzes zu einer Verunglimpfung von Immobilieneigentum kommen – zumal dies sogar in politischen und gesetzlichen Maßnahmen münden kann. Immobilieneigentum kann Wohlstand bedeuten und sichern – das sollte nicht heruntergeredet oder verdreht werden.

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