Wie einem aktuellen Artikel von cash-online zu entnehmen soll Immobilieneigentum nach Ansicht mehrerer Immobilienverbände für Erwerber – insbesondere für solche aus der Mittelschicht - erschwinglicher werden. Eine entsprechende Forderungsliste wurde kürzlich vorgelegt. Hierbei wird zugleich kritisiert, dass die Politik hierzulande dieses wichtige Thema sehr lange zu stiefmütterlich behandelt hat. 


Kernforderungen fordern politisches Handeln


Die zentralen Forderungen der Immobilienverbände, welche sich aus wichtigen Vertretern der Baubranche wie z. B. Architekten und Maklern zusammensetzen, bedürften zur Umsetzung eines politischen Eingreifens. Als Beispiele seien hier die Forderungen nach staatlichen Zuschüssen zum Eigenkapital, die Entlastung bei der Grunderwerbsteuer, die bessere Anbindung des Nahverkehrs für Städte und die Ausschreibung von mehr Baugebieten genannt. In 2006 wurde die Eigenheimzulage abgeschafft, welche ein großer Anreiz für Familien war, Immobilieneigentum zu erlangen. Danach tat sich auf dieser Ebene jahrelang nichts mehr. Die wohnpolitischen Entscheidungen der Neuzeit zielten vor allem auf mietpolitische Entwicklungen ab – eine Förderung bestimmter Gruppen für den Erwerb von Immobilieneigentum war zu lange kein Thema. Erst kürzlich kam jetzt Bewegung in das System: So hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) mögliche Eigenkapitalzuschüsse in Aussicht gestellt, in der CDU existieren darüber hinaus Pläne zur Wiedereinführung eines Baukindergeldes und ggf. sogar auch für eine Freibetragsregelung bei der Grunderwerbsteuer.


Andreas Schrobback: Immobilieneigentum nach wie vor wichtige Säule der Altersvorsorge


Der Berliner Immobilien- und Kapitalanlagefachmann Andreas Schrobback sieht die jüngste Entwicklung und den Anstoß zur Förderung von Immobilieneigentum sehr positiv. Nicht nur aufgrund der derzeitigen Zinssituation am Markt sind Kapitalanlagen in Immobilien sehr beliebt und dabei – unabhängig davon, ob die Immobilie eigengenutzt oder vermietet wird – eine wichtige Säule der Altersvorsorge. Immobilien sind weitgehend konjunkturunabhängig und wertstabil – gerade in der heutigen Zeit sind solide Wertanlagen, die nicht den Volatilitäten am Kapitalmarkt unterliegen, sehr wertvoll als Basis für eine langfristige Vermögensplanung. Es gibt aktuelle Statistiken, nach denen nur noch jeder dritte Haushalt der 18- bis 45-jährigen Deutschen über Immobilieneigentum verfügt. Doch gerade der Erwerb in jüngeren Jahren stellt sicher, dass die meist notwendigen Darlehen noch vor Rentenbeginn getilgt seien. Damit wird ein höherer Lebensstandard im Alter möglich, da dann im Rentenalter neben der Mietfreiheit auch keine Darlehenskosten mehr anfallen. Zudem ist eine gute Vermögensanlage in der Regel auch durch Diversifikation geprägt, zu der Immobilien sich ideal kombinieren lassen. 


Immobilienerwerb in jungen Jahren ist schwer


Gerade in jüngeren Jahren ist der Erwerb einer Immobilie oftmals schwer, denn die finanzielle Situation ist meist noch nicht so gesichert wie später. Wechselnde berufliche Umgebungsbedingungen, Umzüge und die notwendige, hohe Flexibilität im Privatleben erschweren zusätzlich die Festlegung auf eine bestimmte Immobilie. Hier sollten politische Maßnahmen ansetzen, indem durch Förderungen der Erwerb erleichtert wird. Der Aktionismus der Immobilienverbände hat somit seine Berechtigung und dient letztlich auch der Bekämpfung der Altersarmut.

Bildyellowj-fotolia.com