In einem aktuellen Artikel von Haufe Online bescheinigen die Ergebnisse einer Studie zu barrierefreiem Wohnen, dass die Bezahlbarkeit von Barrierefreiem Bauen durchaus gegeben ist. Der Themenbereich ist hochaktuell: Momentan fehlen mehr als 1,6 Millionen barrierefreie Wohnungen in Deutschland. Nicht selten wird angeführt, dass der Neubau von barrierefreien Wohnungen zu kompliziert und kostenaufwändig sei und daher viele Menschen auf die Barrierefreiheit verzichten. Doch die Reduzierung von Barrieren ist altersgerecht und macht Wohnraum attraktiver – barrierefreier Wohnraum ist Grundvoraussetzung für eine bessere ambulante Versorgung der Pflegebedürftigen. Zum Thema Bezahlbarkeit bzw. Mehrkosten erfolgte nun die angesprochene Studie.


Studienergebnisse sind eindeutig


In einer aktuellen Studie des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) sowie des Projektentwicklers Terragon machen die Kosten für eine barrierefreie Gestaltung im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen nur ca. 1 % der Gesamtbaukosten aus. Dabei sind die Kosten laut Studie für Neubauten besonders gering – nur bei bestehenden Immobilien können diese merklich höher sein. Für die Studie wurde ein Musterprojekt in Berlin mit 20 Wohnungen, 5 Geschossen und einer Wohnfläche von ca. 1.500 m² herangezogen. Dieses Objekt mit vollständiger Barrierefreiheit hergestellt ergab einen Mehrkostenaufwand von 21,50 Euro je m² - das sind laut Terragon nur ca. 1,26 % der reinen Baukosten. Hierbei wäre auch noch eine kostengünstigere Variante denkbar – mit lediglich 9,20 Euro Mehrkosten je m².


Wie kann der barrierefreie bzw. barrierereduzierte Wohnungsbau gefördert werden?


Neben dieser Kostenaufstellung hat die Studie außerdem Vorschläge, wie die Schaffung von barrierefreiem bzw. barrierereduziertem Wohnumfeld gefördert werden könnte. Bei einem derzeitigen Volumen von etwa 100.000 neu gebauten Geschosswohnungen im Jahr bestehe eine gute Chance, dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen. Hierzu könnte z. B. das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ auch auf Neubauten ausgeweitet werden. Eine Analyse zeigte ferner, dass Barrierefreiheit nicht zwingend mit Mehrkosten verbunden ist, sondern lediglich einer entsprechend ausgerichteten, intelligenten Planung bedarf. Insgesamt gewinnen vor allem auch Pflegeheime immer mehr an Bedeutung: Die Investitionssumme des vergangenen Jahres erreichte hier mit ca. 3 Milliarden Euro eine neue Höchstmarke. Vor dem Hintergrund einer immer weiter alternden Bevölkerung sollte der Handlungsbedarf deshalb ausreichend geprüft werden. 



Andreas Schrobback: Die Bedeutung eines barrierearmen Wohnumfeldes nimmt zu


Der Berliner Immobilienprofi Andreas Schrobback ist schon seit vielen Jahren auf dem deutschen Immobilienmarkt aktiv. Eine der zentralen Tätigkeiten seiner Unternehmensgruppe ist die Sanierung von denkmalgeschützten Immobilien, um diese in eine attraktive Wohnimmobilie mit besonderem Charme zu verwandeln. Hierzu gehört in der Regel auch der barrierearme Umbau, damit die Immobilie für alle Altersgruppen geeignet ist. Für Herrn Schrobback ist klar, dass in einer modernen Gesellschaft, welche der demografischen Entwicklung Rechnung tragen muss, auch altersgerechter Wohnraum in ausreichendem Maße vorhanden sein muss. Es ist letztlich auch soziale Verantwortung, hier für genügend Wohnalternativen zu sorgen. Die Bevölkerung in Deutschland wird durchschnittlich immer älter – somit steigen auch die Bedeutung und der Bedarf an barriefreien bzw. barrierearmen Wohnmöglichkeiten. Die Politik sollte entsprechende Voraussetzungen schaffen, damit dieser Entwicklung positiv begegnet werden kann.

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