In Deutschland herrscht ein Bauboom. So wurden in 2015 hierzulande ca. 250.000 neue Wohnungen hergestellt – ein Rekordwert seit 2006 und etwa 1 % mehr als noch 2014. Diese Entwicklung, welche seit 2011 stetig nach oben zeigt, ist vor allem den günstigen Zinskonditionen am Finanzierungsmarkt geschuldet – so können viele Menschen heute ein Bauvorhaben günstiger realisieren als noch vor einigen Jahren. Investoren können höhere Renditen einfahren, weil das notwendige Kapital günstig am Finanzmarkt oder über weitere Kapitalgeber besorgt werden kann. Doch trotz dieser Entwicklung reicht der Wohnraum in Deutschland nicht aus – vor allem in den deutschen Ballungsgebieten sind jedes Jahr ca. 350.000 bis 400.000 Wohnungen notwendig - bis zum Jahr 2020. Dies ist auch (aber nicht allein) dem Flüchtlingszustrom nach Deutschland geschuldet. Die Bundesregierung plant zwar Steuervergünstigungen in Milliardenhöhe für den Bau von Mietwohnungen, jedoch diese Pläne derzeit im Bundestag auf Eis gelegt. Die große Nachfrage indes in den deutschen Großstädten ist ungebrochen – gerade in Ballungszentren, wo Menschen tagtäglich zur Arbeit, zur Schule oder Uni gehen müssen, fehlen Wohnungen in der Nähe. Zudem ist der verfügbare Baugrund dort sehr begrenzt, also müsste Wohnraum z. B. auch durch Aufstockungen bzw. Erweiterungen geschaffen werden. Ist es nicht zu schaffen, dass zukünftig ausreichend Wohnraum in den entsprechenden Gebieten zur Verfügung steht, wird dies dem Wirtschaftsstandort Deutschland Schaden zufügen.


Wie kann eine Lösung gefunden werden?


Andreas Schrobback – seit Jahren erfolgreich im Immobilienbereich tätig – sieht das Fehlen von rund 130.000 Wohnungen pro Jahr ebenfalls sehr kritisch. Dies stellt ein besonders großes Problem in Großstädten wie München, Berlin, Köln, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart oder Düsseldorf dar. Um wirtschaftliche und standortbedingte Probleme zu vermeiden, müsste eine Lösung möglichst bald gefunden werden. Der Ansatzpunkt für die Politik könnte dabei sein, die Förderung in entsprechenden Gebieten für die Schaffung neuen Wohnraums auszuweiten. Hierbei sollten Käufer entsprechend verpflichtet werden, innerhalb eines bestimmten Zeitraums neue Wohneinheiten zu generieren. Da, wo die Infrastruktur genügend Möglichkeiten bietet, könnte auch Wohnraum in vom Zentrum entfernteren Gebieten geschaffen und gefördert werden. Alternativen könnten auch neue Wohnkonzepte bieten, z. B. Mikrowohnungen, die zwar weniger Platz benötigen, aber trotzdem eine tragbare, bezahlbare und mit schönem Ambiente ausgestattete Lösung darstellen. Leider gibt es noch weitere Probleme in den Brennpunkten, z. B. das Fehlen von Parkplätzen oder Gewerbeflächen. Es ist an der Zeit darüber nachzudenken, wie Deutschland auf Dauer und langfristig weiter mithalten kann. Bisher gefundene Konzepte, wie z. B. die Mietpreisbremse erscheinen daher wenig wirksam bzw. wenig effektiv. 


Warum ist der jüngste Vorstoß zur Förderung gescheitert?


Geplant war eine Sonderabschreibungsmöglichkeit für Investoren, welche günstige Mietwohnungen in entsprechenden Gebieten schaffen. CDU und SPD haben jedoch die Pläne vorerst auf Eis gelegt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Fördergrenze nicht vereinbart werden konnte. Die SPD sieht weiteren Klärungsbedarf, bevor hier fortgesetzt werden kann. Es gebe viele Bedenken, ob das Ziel der Förderung mit dem vorgelegten Konzept realistisch erreicht werden könne. Hierbei gibt es z. B. Bedenken, ob Investoren für hochpreisige Wohnung nicht einen Mitnahmeeffekt für die Förderung generieren könnten. Die Gedanken, die sich hier gemacht werden, sind gut und wichtig – jedoch sollte im Interesse aller Beteiligten eine möglichst rasche Lösung gefunden werden.

Bild© Michael Rosskothen - Fotolia.com