Die steigenden Mieten und die Entwicklung der Immobilienpreise in Deutschland lassen mittlerweile einige Stimmen laut werden, die das Platzen einer Immobilienblase befürchten. Nach einem aktuellen Artikel von cash-online sieht die Bundesbank jedoch noch keine Gefahr einer solchen Immobilienblase. Nach Beobachtung des Marktes seien keine Übertreibungen am deutschen Immobilienmarkt ersichtlich, welche die Bildung einer solchen Blase gefährlich vorantrieben würden. Die Standards für die Kreditvergabe seien ebenfalls nicht wesentlich gelockert worden. Für eine Blasenbildung wären aber die Lockerung der Vergabestandards und / oder eine exzessive Kreditvergabe Voraussetzung. Andreas Schrobback aus Berlin ist Immobilienspezialist und Kapitalanlagefachmann – er kennt sich aus mit dem Immobilienmarkt und kann die Preisentwicklung und die Situation am Markt gut einschätzen. Er sieht in der zugegebenermaßen stark ansteigenden Preisentwicklung der letzten 6 Jahre mehr eine Aufholentwicklung, wie viele andere Fachleute auch. Das Fehlen einer exzessiven Kreditvergabe und die langfristige Einschätzung der Marktentwicklung legen nicht den Schluss nahe, dass Deutschland sich momentan in einer Blasenbildung am Immobilienmarkt befindet.

Zukünftige Entwicklungen abwarten

Wir sehen in der Finanzbranche auch aktuell eine Kreditvergabe mit Augenmaß. Die derzeit niedrigen Zinsen sind zwar attraktiv für die Nachfrage, jedoch sind gerade bei Immobilienfinanzierungen auch weiterhin die langfristige Kapitaldienstfähigkeit und die Eigenkapitalhöhe entscheidende Einflussgrößen. Je nach Gestaltung des Kreditvertrages können bei einem Zinsanstieg am Markt durchaus auch wieder höhere Kreditkosten auf die Darlehenskunden zukommen. Gerade Finanzierungen, die aufgrund des niedrigen Zinsumfeldes abgeschlossen wurden, können sich dann später schnell als nicht tragfähig oder zumindest nicht nachhaltig herausstellen. Die Darlehensgeber können diese Situation sehr wohl gut einschätzen. Die Preisentwicklung bei Immobilien – gerade in Ballungszentren – ist auch auf das Interesse vieler in- und ausländischer Investoren zurückzuführen. Der Mangel an attraktiv verzinsten Anlagealternativen für diese Gelder gern auch an den deutschen Immobilienmarkt. Andreas Schrobback ist der Ansicht, dass derzeit die Gefahr einer Immobilienblase aufgrund der geschilderten Umgebungsbedingungen sehr gering ist. Man müsse nun in den nächsten Monaten abwarten, wie die Entwicklung weitergeht. Fachleute wie er beobachten und analysieren den Markt kontinuierlich. Sollten sich die Anzeichen für eine Blasenbildung mehren, wird dies nicht unbemerkt geschehen. Der Artikel von cash-online zeigt aber, dass derzeit noch keine Alarmstimmung angebracht erscheint.

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