Immobilien gelten gerade in Zeiten niedriger Zinsen als interessante, vergleichsweise sichere und renditestarke Geldanlage.

Ein Investment in Immobilien ist in der Regel durch weitgehende Inflationsresistenz und durch die Unabhängigkeit von Schwankungen am Kapitalmarkt gekennzeichnet. Nicht umsonst sind Immobilieninvestments aktuell sehr stark gefragt – mehr als 7 Millionen Menschen in Deutschland haben derzeit Geld in eine oder mehrere Immobilien investiert. Doch wie fast allen Geldanlagen gibt es auch Fallen, die Anleger kennen und dementsprechend beachten bzw. umschiffen sollten, damit aus der Kapitalanlage auch ein wirklich sicheres und renditeattraktives Investment wird. Welches diese Fallen sind und warum Anleger immer wieder darauf reinfallen, soll hier einmal dargelegt werden.

Der Standort: Ist nicht das Wichtigste und nur einer von vielen Faktoren

Ein oft überbewertetes Kriterium bei der Auswahl eines passenden Investitionsobjektes ist die Lage. Viele Menschen folgen der oft zitierten Makleraussage „Lage, Lage, Lage ist das Wichtigste“ – dem ist jedoch nicht unbedingt so. Die Lage als wichtigstes Kriterium bei der Auswahl einer Immobilie heranzuziehen, bedeutet ein oft überteuertes Objekt in Ballungsgebieten bzw. zentrumsnahen Lagen zu erwerben. Eine Immobilie in etwas weiterer Umgebung und in besserem, baulichen Zustand ist da oft die günstigere Wahl – und somit besser als Investitionsobjekt geeignet. Es gilt in jedem Fall, das Objekt von Interesse individuell zu bewerten, um so eine Beurteilung über den eigentlichen Wert und die Entwicklungsaussichten zu erlangen.

Zeitwert und Entwicklungsaussichten

Wie bei vielen anderen Investments auch, sind der Zeitpunkt und die Rahmenbedingungen der Investition enorm wichtig. Eine Immobilie kann – sofern zu einem ungünstigen Zeitpunkt bzw. bei ungünstigen Rahmenbedingungen erworben – im Laufe der Zeit durchaus auch enorm an Wert verlieren. Die derzeitigen Bedingungen – also extrem niedrige Zinsen und scheinbar immer weiter steigende Immobilienpreise – erscheinen überaus günstig für den Erwerb. Doch sind die Quadratmeterpreise in vielen Gebieten (wie z. B. München oder Berlin) bereits so hoch, dass auch die Gefahr einer Spekulationsblase besteht – somit würde der Anleger bei einem Investment zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort sehr viel Geld verlieren.

Niedrigzinsumfeld wird nicht ewig Bestand haben

Obwohl sich das Zinsumfeld am Finanzmarkt schon seit einigen Monaten auf einem Rekord-Niedrigniveau befindet, muss dies nicht in den nächsten Monaten und Jahren weiter so sein. Wer sich zu einem Immobilieninvestment ausschließlich aufgrund der niedrigen Darlehenszinsen hinreißen lässt, verliert ebenso wichtige Faktoren wie Verschuldungsgrad, Entwicklungsaussichten über die nächsten Jahre, Einkommenseinflüsse und Preisabhängigkeiten aus dem Auge. Entwickeln sich die Zinsen beispielsweise in den nächsten Monaten wieder aufwärts, kann dies bei einem hohen Verschuldungsgrad schnell ins finanzielle Abseits führen. Auch die Nachfrage ist bei einem niedrigen Zinsumfeld wie aktuell sehr hoch, was die Preise von Immobilien und immobiliennahen Dienstleistungen nach oben schnellen lässt.

Spekulation auf Wertsteigerung kann teuer enden

Nur weil die Aussichten auf eine prägnante Wertsteigerung scheinbar gut sind, sollte keine Immobilie gekauft werden. Auch andere Faktoren sind für eine Kaufentscheidung sehr wichtig und sollten in Ruhe geprüft werden. Das ist vergleichbar mit einer aussichtsreichen Aktie an der Börse: Nur weil die Analysten und Börsenprofis der Aktie mehrheitlich eine rasante Entwicklung zutrauen, sollte das Wertpapier nicht gedankenlos erworben werden. Oft sind die Preise dann bereits zu hoch und die Entwicklung verläuft genau entgegengesetzt der Erwartung. Eine reine Spekulation auf den Kauf- und Wiederverkaufspreis einer Immobilie ist ebenso riskant. Zudem sollte bedacht werden, dass bei einem zeitnahen Verkauf auch entsprechende Spekulationssteuer fällig wird.

Laufende Kosten einer Immobilie werden oft unterschätzt

Auch die laufenden Kosten der Immobilie, welche auf den künftigen Eigentümer zukommen, sollten sehr genau hinterfragt werden. Gerade für Vermieter können energetische Bestimmungen und steuerliche Belastungen oft höher sein, als zunächst vermutet. Ebenso können Instandhaltung, Sanierung, Verwaltung oder Leerstände extrem negativ zu Buche schlagen. Die Rendite wird umso magerer ausfallen, je mehr Kosten später anfallen – nicht immer lässt sich alles genau im Voraus berechnen, weshalb ein möglichst großer Puffer einkalkuliert werden sollte.

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